Kooperation Fachhochschule Potsdam
In Kooperation mit der FH Potsdam haben wir uns aktiv der Zukunft gestellt: Studierende haben mittels Spekulativen Designs und Design Fiction visionäre Konzepte und Szenarien für die Finanz-Interfaces des Jahres 2040 entwickelt.
Powered by Technology and Responsibility
Das Projekt, das von Yin W. Boribun und Prof. Dr. Frank Heidmann geleitet wurde, fokussierte sich auf The Future of Financial Interfaces - Powered by Technology and Responsibility.
Im Rahmen einer Projektwoche entstanden mittels Design Fiction und Design Futuring in kurzen, intensiven Sprints radikal neue und evolutionäre Interface-Prototypen. Den Studierenden wurde der komplexe Hintergrund der digitalen Transformation kompakt vermittelt, wobei Themen wie KI, Tokenisierung, Open Banking, der Übergang zur bargeldlosen Gesellschaft sowie Fragen der Finanzkompetenz im Mittelpunkt standen.
Zur Visualisierung wurden aktuelle KI-Videogeneratoren eingesetzt, um eine schnelle Erstellung audiovisueller Inhalte zu ermöglichen. Dieser Prozess umfasste auch die Analyse der klaren Grenzen, sowie der rechtlichen und ethischen Implikationen dieser Technologien.
Die drei vom S-Hub ausgewählten Projekt-Ergebnisse komplettieren das Interface Revolution Playbook mit externen Perspektiven der nächsten Generation von Designer:innen.
Viel Spaß beim Entdecken!
Experiment #1: ID-Tresor
Experiment #2: Live What Matters
Experiment #3: Invisipay
EXPERIMENT #1: ID-TRESOR
„Am Anfang stand für mich ein Gefühl, das jeder kennt: Dieses kurze Zögern beim Ausweiszeigen. Aber die eigentliche Frage 2040 ist: Wem vertraue ich, wenn eine KI mein digitales Ich angreift? Meine Antwort ist der ID-Tresor. Er positioniert die Sparkasse als den ultimativen 'Digital Safety Hub'. Der Schlüssel ist eine persönliche Geste.“
– Luca Zell
Die Vision
ID-Tresor ist ein von der Sparkasse bereitgestelltes, zentrales Identitäts- und Datenmanagement, das es Nutzer*innen ermöglicht, sensible Informationen wie Personalausweisdaten, Reisedokumente, Bankzugriffe oder Freigaben für Kinder mit einer einzigen, intuitiven Geste zu autorisieren. Alle wichtigen Identitäten und Berechtigungen sind in einem geschützten Tresor gebündelt, sodass Freigaben im Alltag schnell, sicher und medienbruchfrei erfolgen können. Damit wird Identitätsmanagement zu einem nahtlosen Bestandteil des täglichen Lebens – zuverlässig, vertrauenswürdig und vollständig über die Sparkasse abgesichert.
BENEFITS FÜR NUTZENDE
Die Lösung bietet maximale Convenience durch die Bündelung aller Identitäts- und Autorisierungsfunktionen an einem zentralen Ort. Sie garantiert höchste Sicherheit und Vertrauen, da die Verwaltung sensibler Daten medienbruchfrei und unter der etablierten und vertrauenswürdigen Infrastruktur der Sparkasse erfolgt. Alltägliche Autorisierungsprozesse werden dadurch schnell und intuitiv erledigt.
DIE SPIELREGELN DER ZUKUNFT
Das Konzept stützt sich auf fortschrittliches, durch die Sparkasse abgesichertes Datenmanagement, welches Konzepte der Tokenisierung oder des Open Banking nutzt, um Daten (Identitäten und Berechtigungen) sicher zu bündeln und für schnelle, kontextbezogene Autorisierungen freizugeben.
EXPERIMENT #2: Live what matters
"Ich habe einen KI-Berater für die Bank der Zukunft entworfen, der uns aktiv dabei unterstützen soll, Nachhaltigkeit und unsere Werte über den reinen Konsum zu stellen. Ich stelle mir eine Post-Wachstums-Zukunft vor."
– Guolong Wang
Die Vision
Ein KI-gestütztes Banksystem, das nicht nur Geld, sondern alle persönlichen Ressourcen- Zeit, Energie, CO₂-Werte, Verhaltensmuster und Ziele- erfasst und als intelligenter Berater hilft, im Alltag bewusste, nachhaltige und wertebasierte Entscheidungen zu treffen.
BENEFITS FÜR NUTZENDE
Menschen erhalten eine persönliche, kontextuelle Unterstützung, die ihre tatsächlichen Bedürfnisse erkennt, nachhaltige Handlungsmöglichkeiten aufzeigt und Ressourcen sinnvoll priorisiert. Statt sich von Zahlen leiten zu lassen, entsteht ein Begleiter, der Orientierung bietet, Entscheidungen vereinfacht und ein Leben im Einklang mit eigenen Werten ermöglicht.
DIE SPIELREGELN DER ZUKUNFT
Banking wird modular, vernetzt und unsichtbar: KI vermittelt zwischen Services, gestaltet Interfaces dynamisch und verbindet verschiedene Lebensbereiche. Finanzinstitute liefern dafür Bausteine statt Apps, während Nutzer*innen in einem de-growth-orientierten System agieren, in dem Wert neu definiert wird – nicht nach Konsum, sondern nach Sinn, Verantwortung und persönlicher Entwicklung.
EXPERIMENT #3: Invisipay
"Finanzinteraktionen verschmelzen mit physischen Objekten und dem Alltag der Nutzer*innen."
– Niclas Stengel
Die Vision
InvisiPay zeichnet eine Zukunft, in der Bezahlen vollständig aus dem Bewusstsein der Nutzer:innen verschwindet. Interfaces lösen sich von Geräten und werden Teil des Körpers, die nur dann sichtbar sind, wenn sie gebraucht werden. Transaktionen geschehen kontextuell, automatisch und ohne explizite Handlung: ein Blick, eine Bewegung, ein Moment im Alltag genügt. Banking wird nicht mehr genutzt, sondern geschieht im Hintergrund.
BENEFITS FÜR NUTZENDE
Für Nutzer:innen entsteht ein radikal vereinfachtes Alltagserlebnis: Bezahlen, Abrechnen und Organisieren finanzieller Vorgänge erfolgt nahtlos im Hintergrund. Ob Kaffee, Flohmarktkauf oder ÖPNV, finanzielle Interaktionen passen sich der jeweiligen Situation an, ohne Aufmerksamkeit zu fordern. Das reduziert Reibung, spart Zeit und schafft Raum für das eigentliche Erleben des Moments.
DIE SPIELREGELN DER ZUKUNFT
InvisiPay wirft zentrale Fragen für zukünftige Finanzinterfaces auf: Wenn Banking unsichtbar wird, wie behalten Nutzer:innen Kontrolle und Vertrauen? Welche Rolle spielen Transparenz, Zustimmung und Selbstbestimmung in einer Welt automatisierter Transaktionen? Die Vision zeigt, dass technologische Machbarkeit allein nicht ausreicht. Stattdessen wird es entscheidend sein, klare Regeln für Verantwortung, Eingriffsmöglichkeiten und ethische Grenzen zu definieren.
Fazit
Was haben wir gelernt? Die Studierenden der FH-Potsdam haben das Projekt durch eine frische, externe Perspektive auf die Welt der Sparkassen bereichert- sowohl auf persönlicher als auch auf fachlicher Ebene. Besonders wertvoll war die kritische Auseinandersetzung: Der Fokus lag nicht nur auf der Technologie, sondern auch auf den Werten der Sparkassen-Organisation und der Rolle der Finanzbranche.
Das Experimentieren mit KI-gestützter Video-Software hat demonstriert, wie dynamisch sich diese Tools entwickeln und wie wichtig es ist, ihre Potenziale und Grenzen fortlaufend zu erforschen. Video hat sich dabei als Medium von besonderer Stärke erwiesen, um komplexe und spekulative Design-Narrative wirkungsvoll zu gestalten.
Vielen Dank für diese spannende und inspirierende Kooperation.
Lust auf ’nen Blick in die Zukunft?
Hast du Bock auf einen spekulativen Design-Workshop, in dem wir Dinge radikal neu denken und bestehende Muster hinterfragen? Dann melde dich bei uns und mach mit.
Viva la Interface Revolution! 🏴☠️
- Sämtliche Bilder und Videos der hier gezeigten Experimente & Inhalte sind Eigentum der FH Potsdam.