Hypothese
Interfaces werden empathisch
Schon heute beobachten wir, wie Interfaces immer persönlicher und Menschen-ähnlicher agieren. Bestes Beispiel: unser Umgang mit KI-Chatbots. Es gibt Menschen, die stundenlang mit ChatGPT sprechen. Sie suchen dort Rat und Begleitung in allen Lebenslagen. Sei es zur Steuererklärung, zu einem medizinischen Befund oder bei Beziehungsproblemen.
HERZSCHMERZ NACH DEM UPDATE
Als OpenAI im Sommer 2025 das neue GPT-5 Modell ausrollte, beschwerten sich viele Nutzer:innen lautstark. Sie wollten ihren alten „GPT-4-Kumpel“ um jeden Preis zurück – schließlich war die KI eine Weggefährtin, mit der sie so viele persönliche Gespräche geführt hatten. Denn das neue Modell verhielt sich nun ganz anders, als sie es gewohnt waren.
Es fühlt sich an, als ob mein Kumpel durch einen Kundenservice-Berater ersetzt wurde.Ein Reddit-User
AUS THE NEW YORK TIMES: THE DAY CHATGPT WENT COLD
Du stehst im Mittelpunkt
Dass die KI-Services überhaupt so empathisch auftreten und auf uns Menschen eingehen können, liegt auch an unserem eigenen Verhalten gegenüber Technologie. Und das hat sich in den letzten drei Jahren radikal verändert. Wir geben gegenüber diesen Services mehr persönliche – und teils intime – Details preis denn je. Je mehr dieser persönlichen Informationen wir mit den KI-Systemen teilen, desto besser können sie auf uns eingehen. Und darin steckt für das Banking der Zukunft eine riesige Chance, um neuartige, vertrauenswürdige digitale Services gemeinsam mit unseren Kund:innen zu entwickeln.
In diesen Interaktionen steht die Nutzer:in im totalen Mittelpunkt. Die KI konzentriert sich völlig auf dich – sie hat endlos Geduld mit dir. Sie spricht so, wie du es brauchst. DU stehst im Mittelpunkt.
Empathie ist mehr als nur KI
Es wäre jedoch zu kurz gegriffen, empathische Interfaces nur auf Technologien, wie z. B. KI, zu reduzieren. Im UX-Design gibt es schon länger den Trend, die Mensch-Maschine-Interaktion möglichst empathisch zu gestalten. Zum Beispiel über Micro Copies, den achtsamen Umgang mit kleinsten Textbausteinen in der Interaktion, oder durch die Gestaltung von visuellen Elementen und Design-Systemen, die mehr auf Menschlichkeit zugeschnitten sind.
Vorteile
☝️
Emotionaler Support und Stressreduktion
Das Interface fängt finanzielle Ängste und Unsicherheiten auf und macht das Banking-Erlebnis emotional angenehmer.
✌️
Präzises, zeitgerechtes Handeln
Erkennt emotionale Zustände und liefert kritisches Feedback oder Handlungsempfehlungen exakt im richtigen Moment und Ton.
🤟
Hyperpersonalisierte Begleitung
Das Interface wird zum hyper-individuellen, wählbaren Begleiter, was das Engagement und die Kundenbindung maximiert.
Einschränkungen
🙈
Fehlinterpretation von Emotionen
Die KI kann emotionale Zustände falsch interpretieren, was zu unpassender Beratung oder unethischer Beeinflussung von Entscheidungen führen könnte.
🙉
Glaubwürdigkeitsdilemma
Ein zu “freundlicher” oder salopper Ton des Interfaces kann die notwendige Seriosität und Glaubwürdigkeit der Finanzberatung untergraben.
🙊
Vertrauensbruch durch Datenintimität
Die Intimität der geteilten Daten (Finanzen & Emotionen) birgt ein höheres Risiko für Datenschutzverletzungen und den kompletten Vertrauensverlust.
Signale aus der Gegenwart
Schon heute sehen wir erste Anzeichen, die uns Anhaltspunkte
und Potentiale für mögliche Interface-Zukünfte geben.
Bzzz!
Peek
Peek bietet ein empathisches Interface als KI-gestützter Finanzcoach, der Nutzenden durch „Vibe Checks“ und humorvolle, aber urteilsfreie Kommentare zu ihren Ausgaben hilft, sich entspannter und kontrollierter im Umgang mit Geld zu fühlen.
Ping!
Miro AI Sidekicks
Miro AI Sidekicks sind anpassbare, KI-gesteuerte Assistent:innen (oder “Kolleg:innen”) auf dem digitalen Whiteboard von Miro, die Teams durch kontextbezogenes Feedback und rollenbasierte Expert:innen-Einblicke (z. B. als Agile Coach oder Product Leader) direkt auf dem Canvas unterstützen, um Brainstorming, Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit zu beschleunigen.
Tsching!
Duolingo
Duolingo nutzt ein empathisches Interface, indem es das Sprachenlernen durch ein gamifiziertes Design unterhaltsam und motivierend gestaltet und dabei das Maskottchen Duo einsetzt. Dessen sich ändernder Gesichtsausdruck und die adaptive Lernmethode geben zeitnahe Bestätigung, um Frustrationen zu mindern und den Lernfortschritt zu fördern.
Experiment
Was wäre, wenn es dir leichtfallen würde, mit jemandem über Geld zu sprechen?
Worum geht's?
Die App Sparkasse bietet dir digitale Begleiter, die wirklich zu dir passen: aus unterschiedlichsten Typen wählst du jemanden auf deiner Wellenlänge. Vom Gamer-Nerd bis zur einfühlsamen Finanzfreund:In. Jeder Charakter hilft dir auf seine Art – erklärt, erinnert, motiviert oder spricht einfach so mit dir, wie du es brauchst.
Ein:e virtuelle:r Begleiter:in – hier zum Beispiel ein Influencer – interagiert im typischen, vertrauten Ton und reagiert auf Stimmung und Kontext. So entstehen persönliche, natürliche Gesprächsmomente, die weit über reine Kontoinformationen hinausgehen.
Du bestimmst, wer dich begleitet, wie sie mit dir sprechen und auf welchem Gerät sie "leben". So entsteht eine vertraute Gesprächssituation, die es leichter werden lässt, über Geld zu sprechen.
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Viva la Interface Revolution! 🏴☠️
- Titelbild: Milad Fakurian auf unsplash.
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