Hypothese
Interfaces werden multimodal
Schon heute verstehen wir unter Interfaces viel mehr als nur Screens und Knöpfe. Multimodalität bedeutet, dass wir mehrere Eingabe-Kanäle zur Interaktion mit dem Computer nutzen können. Zum Beispiel: Sprache, Text, Gestik, Bilder oder taktiles Feedback. Das Bahnbrechende ist, dass diese verschiedenen Modalitäten in beliebiger Reihenfolge und Kombination genutzt werden können.
REVOLUTIONÄRE FLEXIBILITÄT FÜR NUTZENDE
Diese Technologie schafft eine nie dagewesene Flexibilität. Multimodale Interfaces ermöglichen es, dass sich die Technologie an uns anpasst, anstatt dass wir uns den starren Konventionen eines Devices bzw. Interfaces unterordnen.
Zum Beispiel: Du kannst einen Teller mit Essen fotografieren (Bild-Input), und die Gesundheits-App sagt dir die ungefähre Kalorienzahl. Per Spracheingabe (Voice-Input) kannst du dann die Portionsgröße korrigieren.
Erst wenn an den Schnittstellen von Mensch und Maschine die Autonomie und Souveränität beider Seiten garantiert wird, kann sich das Humane gegen das Technische behaupten und umgekehrt.Prof. Dr. Annette Geiger
Theorie und Geschichte des Designs, HFK Bremen
Das Potential?
Eine nie dagewesene Flexibilität. Gerade mit Blick auf die breite Zielgruppe der Sparkassen und ihre diversen Anforderungen bietet die Multimodalität einen entscheidenden strategischen Hebel: Die Möglichkeit, über natürliche Kanäle wie Sprache oder Geste zu interagieren, senkt die Hürden für Barrierefreiheit und Inklusion drastisch, da sich das Interface an individuelle Bedürfnisse anpasst. Dies führt zu einer neuen Qualität der Vertrautheit und hilft, unseren gesellschaftlichen Auftrag digital einzulösen: das Banking für alle zugänglich zu machen.
Vorteile
☝️
Proaktive Unterstützung
Frühzeitig erkannte Veränderungen ermöglichen passgenaue Hinweise, Hilfestellungen oder Automatisierungen.
✌️
Höhere Nutzerbindung
Relevantere, individuell zugeschnittene Interaktionen führen zu intensiverer Nutzung und einer stärkeren Beziehung zum digitalen Service.
🤟
Reibungslose Nutzendenwege
Anstelle von aufwendiger Navigation erhalten Nutzer:innen direkt die für sie passenden Inhalte oder nächsten Schritte.
Einschränkungen
🙈
Einseitige Perspektiven
Starke Personalisierung kann alternative Optionen ausblenden und die Vielfalt der Informationen reduzieren.
🙉
Fehlinformationen
Wenn Verhaltensmuster falsch gedeutet werden, entstehen unpassende Vorschläge oder ungewollte Automatisierungen.
🙊
Datenschutz & Transparenz
Je individueller das Erlebnis, desto wichtiger der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Daten und klar kommunizierten Regeln.
Signale aus der Gegenwart
Schon heute sehen wir erste Anzeichen, die uns Anhaltspunkte
und Potentiale für mögliche Interface-Zukünfte geben.
Bzzz!
Ebay: Magical Bulk Uploading Tool
Nutzer:innen können Fotos von Artikeln machen, und das Tool erkennt automatisch die Produkte, speichert sie und ermöglicht die Vervollständigung der Details im Browser. Ein perfektes Beispiel für die nahtlose Abfolge von Bild-Input und Text-Input.
Ping!
Medgemma
Dieses spezialisierte KI-Modell analysiert gleichzeitig multimodale elektronische Gesundheitsakten (Text) und medizinische Bilder (z. B. Röntgenbilder), um Berichte und Antworten zu generieren. Es ist ein Beispiel für die Fusion von Text- und Bild-Input zur komplexen Diagnoseunterstützung im Healthcare-Bereich.
Tsching!
BMW Panoramic IDRIVE (Neue Klasse)
Das Anzeige- und Bediensystem fusioniert die breite Vision des Displays mit Interaktionen per Geste, Touch und Sprachkommandos. Es ist ein Beispiel für die Integration von Vision-, Gestik-, Touch- und Voice-Input in ein nahtloses Bedienerlebnis im Fahrzeug.
Experiment
Was wäre, wenn du deinen Login singen könntest?
Worum geht's?
Ein Sprach-Login macht Schluss mit Passwörtern, Pins und lästigem Tippen. Stattdessen öffnest du deine App Sparkasse einfach mit deiner Stimme – oder sogar mit deinem persönlichen „Login-Song“. Das System erkennt deine einzigartige Stimmcharakteristik, egal ob gesprochen oder gesungen, und schaltet dir so sicher den Zugang frei.
Entstanden in einem Workshop mit der Sparkasse Rhein-Maas.
Die App kann auf externe KI-Hardware mit Mini-Projektoren zugreifen, die das Interface auf beliebige Oberflächen – wie deine Handfläche – wirft und es dir ermöglicht, dein Banking mit natürlichen, alltäglichen Gesten zu steuern, so selbstverständlich wie eine reale Interaktion.
Die App Sparkasse nutzt kompatible AR-/XR-Brillen, um das Interface als schwebende Elemente im Sichtfeld oder als feste Widgets im Raum einzublenden – immer in der passenden Darstellungsform und direkt per Blick, Stimme oder Gesten steuerbar.
Lust auf ’nen Blick in die Zukunft?
Hast du Bock auf einen spekulativen Design-Workshop, in dem wir Dinge radikal neu denken und bestehende Muster hinterfragen? Dann melde dich bei uns und mach mit.
Viva la Interface Revolution! 🏴☠️
- Titelbild: Simon Lee auf unsplash.
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